Mund-Hand-Werk

Willkommen beim "ganz normalen Wahnsinn",
zumindest früher einmal (diese Seite beschreibt die Vergangenheit).
Heute ist es ein sehr seriöses, ein gut geführtes und gepflegtes Haus
mit gemütlicher Atmosphäre - gut essen und trinken.

 

Zur Einstimmung: MUND-HAND-WERK: "Varruckt" (Kani-Liad)

"Da Kani" war ein Wirtshaus der besonderen Art, wahrscheinlich gab es so was nur 'auf dem Land': gemütlich sowieso, alteingesessen - auch, besonderer Flair - logisch, aber das allein machte es nicht aus.
Irgendwie waren alle eine große Familie mit allem, was dazu gehört: hitzige Diskussionen, Streitigkeiten, viel zum Lachen, Gemütlichkeit, ernsthafte Gespräche (da wird sogar über die Kirche geredet), ein unausgesprochenes Verständnis untereinander und füreinander. Und jeder hilft dem anderen!
Die Gäste und vor allem der Wirt waren allemal einen Besuch wert.


da Sam, ehemals Wirt

da Schosi, sei Bruada

da Michl, oans vo seine Kinda

Meist ging es etwas derb her (Beispiel - nicht erfunden!):

Gast: "Griaß eich!"
Ein Stammtischler: "Scho wieda so a Nossa!"
Der Wirt liegt mit seinem Bierbauch auf dem Tresen.
Gast: "Sam, a Hoibe, bittschön!"
Sam: "Hoit d'Fozn!"
Gast: "Geh, schenk a Hoibe ei!"
Sam: "Hoi da dei Zeig selba!"

Der Wirt legte gesteigerten Wert darauf, dass sein 'Etablissement" ein 'Wirtshaus' und kein 'Gasthaus' ist. Der Unterschied? Bei einem Wirthaus bestimmt der Wirt, wo's langgeht - nicht der Gast! Macht aber 'Beim Kani' keinem etwas aus - der Wirt ist eben so - da hilft kein Jammern und kein Klagen.

Kartenspielen war übrigens nicht nur erlaubt, sondern sogar gewünscht - keiner störte sich daran und der Wirt spielte selber auch ganz gerne einmal mit (jeder holt sich ja sein Getränk selber - also: kein Wirt nötig!)

     

Jung und alt saßen zusammen, Männer und Frauen, Arbeiter und Unternehmer - beim Kani waren sie alle gleich. Das galt selbstverständlich auch in Bezug auf Ausländer, Urlauber und soagr für Preußen. Jeder durte sich wohl fühlen - solange er den Wirt nicht ärgert.

         

Wer gute, reichhaltige und nahrhafte Speisen (sprich: Hausmannskost) mochte, war 'beim Kani' genau richtig. Gemäß dem Motto eines T-Shirts des Wirts (s.u.), steht garantiert niemand hungrig auf. Es konnte allerdings sein, dass der Gast etwas anderes bekam als er bestellt hatte. Soll alles schon vorgekommen sein (man erinnere sich: Wirtshaus' nicht 'Gasthaus'!). Nachfrage besser unterlassen - die nettere Variante des Wirts: "G'ess'n wird, wos auf'n Tisch kimmt!" Die andere Varianten - besser ist Schweigen!

Richtig schlimm wurde es erst, wenn der Wirt seine berühmten Mixgetränke mischte. Meist war das Mischungverhältnis 50/50 und das zeigte dementsprechend Wirkung:

   also lieber:

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