Mund-Hand-Werk
Als wir 1986 unser Haus bauten, war Umwelttechnik bei Bau noch nicht wirklich aktuell - von Standard gar nicht zu reden. Trotz recht kleinem Budget wollten wir aber doch auf damalige Errungenschaften und Neuerungen nicht verzichten.
So entschieden wir uns für ein sog. Thermodach, eine auf der Sichtschalung montierte Dämmung in Nut- und Federbauweise. Wir haben diese Investition nie bereut, denn im Winter entweicht keine Wärme durchs Dach und im Sommer hält die Isolierung die Hitze im Obergeschoß deutlich in Grenzen. Wärmebrücken - Fehlanzeige!

Als Heizung wählten wir eine Niedertempertaur-Fußbodenheizung, die wir (um Kosten zu sparen) selber einbauten. Als Flop erwies sich allerdings die Luftwärmepumpe zur Erzeugung des Warmwasserbedarfs. Sie ließ an Effektivität deutlich zu wünschen übrig: Die Stromkosten waren einfach zu hoch. Schon bald verkauften wir sie wieder.

Nach und nach führten wir in eine Reihe weiterer umwelttechnisch relevanter Maßnahmen durch. Obwohl viele unserer Bekannten und Nachbarn zunächst Unverständnis zeigten, haben sich alle diese Investitionen rentiert - wenn nicht unbedingt in finanzieller Hinsicht, so doch auf alle Fälle als Beitrag zu einer gesünderen und besseren Umwelt.
Zwei Motivationen liegen hier zu Grunde:
- wir woll(t)en unseren (mittlerweile erwachsenen) Kindern eine weitmöglichst lebenswerte und intakte Umwelt hinterlassen und auf etwaig kritische Fragen ruhigen Gewissens antworten können, alles in unseren (finanziellen und ideellen) Kräften getan zun haben, dieses Ziel auch zu erreichen!
- als entschiedene "Schöpfungs-Schützer" (dazu gehören auch Naturgarten und Teich) bemühen wir uns schon immer mit der Natur zu leben und nicht gegen sie. Verzicht gehört bei uns ganz einfach dazu und bei entsprechender familiärer Regelung gelingt es uns auch größtenteils ganz gut, unsere Vorstellungen auch zu 'leben'!

Einzelmaßnahmen:

1992 Sparsteuerung für Waschmaschine

In einem kleinen unscheinbaren Kästchen verbirgt sich eine intelligente Steuerung, die es ermöglicht, die Waschmaschine mit warmem Wasser zu betreiben. Drei beliebig einstellbare Programme sind vorhanden - bei uns 30°, 40° und 60°!
Das nicht gerade billige Gerät ist bei uns bereits mehr als amortisiert. Die Installation ist denkbar einfach - jede Waschmaschine ist geeignet. Das Gerät hat viele Vorteile:

  • enorme Energieersparnis (Strom)!
  • 95° Wäsche ist nicht mehr nötig!
  • einstellbare Einweichzeiten!
  • Wasserersparnis durch Verzicht auf Vorwäsche!
  • Ersparnis von Waschmittel (durch Einweichen)

1992 Regenwasserbrauchanlage

Wir wollten Trinkwasser nicht weiter ver(sch)wenden für Verbrauchsstellen, wo es nicht notwendig ist und bauten eine Regenwasser-Brauch-Anlage ein (Schema rechts).
Was für die Bewässerung des Gartens schon immer eine Selbstverständlichkeit war, wurde so auch innerhalb des Hauses zur Realität: Toilettenspülung und Handwaschbecken werden seither mit Regenwasser 'bestückt'. Um es gleich vorweg zu sagen: Regenwasser ist nicht schmutzig und die Ängste eventuell vorhandene Keime oder gar Krankheitserreger könnten die Gesundheit gefährden entbehren jeglicher Grundlage: Niemand aus unserer Familie wurde bislang krank!


Wie unten aufgeführter Ertrag zeigt, ist die Ersparnis an Trinkwasser durchaus umweltrelevant.
Vom rein wirtschaftlichen bzw. finanziellen Standpunkt aus betrachtet, ist das Ergebnis bestenfalls ausgeglichen, d.h. ein finanzieller Gewinn (in Form der Ersparnis der Abwasserkosten) ist damit nicht zu erzielen.
Hinzu kommen natürlich auch gelegentliche Reparaturen.

Trinkwasserersparnis 1992 - (einschl.)2016:

1.839,96 cbm

1993 Solaranlage

Heute mittlerweile schon fast auf jedem Haus, war damals eine Solaranlage noch etwas ziemlich ungewöhnliches. Wir mussten sogar Umbauarbeiten in Kauf nehmen, weil wir bei Hausbau eine derartige Anlage nicht vorgesehen hatten.
Unser erster Solarkollektor war ein handgearbeitetes Einzelstück mit externem Wärmetauscher und einfacher Temperatur-Differenzschaltung. Mittlerweile haben wir eine hochmoderne Anlage. Der finanzielle Nutzen ist weniger relevant. Für uns war und ist es in erster Linie wichtig, die Umwelt so weit als möglich zu entlasten und für unser Warmwasser nicht unnötig Öl zu verbrennen, wenn es die Sonne (fast) umsonst aufheizt.

1995 - 2016 Wärmerückführung - Kachelofen

Eine neuer Kachelofen ermöglichte den Einbau eines professionellen Wasseraufsatzes: Die Rauchgase werden durch ein Röhrensystem (ähnlich eines Feststoffbrenners) geleitet und erhitzen dabei das sie umgebende Wasser. Dieses erwärmt den Pufferspeicher (Warmwasser und Heizung). Umfangreiche Sicherungssysteme (s.Bild o.) schützen das ganze System vor Überhitzung;
Die gesamte Anschaffung war nicht gerade billig. Die Rentabilität ergibt sich (wie bei der Solaranlage) aus dem Nutzen für die Umwelt (weniger Ölverbrauch) und einer sicherlich langen Lebensdauer. Eine Amortisation ergibt sich frühestens in ca. 20 Jahren.

2017 Pelletofen mit Anschluss an Heizung

2010 investierten wir in eine neue, deutlich effektivere und ernergiesparendere Brennwerttechnik. Zugleich wechselten wir auch den Pufferspeicher. In der Küche wurde ein neuer wasserführenderKüchenherd der Fa.Wamsler eingebaut. So hatten wir viele Jahre unsere (Energiespar-) Ruhe. Alle Wärmeerzeuger lieferten problemlos in den neuen Pufferspeicher. 2016 wurde der Kachelofen marode; eine "Renovierung" völlig unrentabel. Da wir auch in die Jahre kommen und das "Holz-Machen" auch nicht leichter fällt, entschieden wir uns für eine vollautomatische Pellet-Wohnheizzentrale der Fa.Sht (Salzburg, Tochterfirma der Fa.Lohberger). Der Ofen Evo Aqua hat eine Heizleistung von 15 kW. Er heizt nicht nur unseren Wärmepuffer, sondern auch das Wohnzimmer. An der Effinzienz ist nichts zu bemängeln. Das Gerät war zwar wirklich ziemlich teuer, aber der Aufwand (vor allem beim Einbau) hat sich gelohnt. Es gab bislang keinerlei Probleme, die Technik ist auf dem neuesten Stand. Der Kaminkehrer machte auch keinerlei Schwierigkeiten.

 

 


 

1996/1999 Photovoltaik-Anlage

1996 haben wir unsere erste PV-Anlage aufs Dach gesetzt - ohne Zuschüsse, Darlehen o.ä.! Sie hat eine Leistung von 2,4 KWp, bestehend aus 8 Modulen ASE-300 und einem dazu passenden Wechselrichter der Fa.Sowex (Bild links, links).1999 erweiterten wir die bestehende Anlage mit 10 Modulen ASE-280 und zwei Wechselrichter der MarkeSun-Trap um 2,85 KWp (mit Darlehen aus dem Gesetz für erneuerbare Energien) auf nunmehr 5,25 KWp.

Bis Ende 2003 haben wir mit unserem selbst erzeugten Strom zunächst unseren Eigenbedarf gedeckt - den Überschuss ins Netz geliefert. Da wir für diesen Eigenbedarf aber jedes Jahr Steuern zu bezahlen hatten (so ist die gesetzliche Lage), haben wir uns schweren Herzens entschlossen ab 2004 allen Strom ins Netz zu speisen.
Als wir diese Maßnahme 2012 wieder zurück nehmen wollten, erklärte das zuständige Energieunternehmen dies für unmöglich (Altanlage!). Und dann wundern sich die Stromzahler, weil der Strom zu teuer ist und die Energieversorger reden sich auf angebliche gesetzliche Vorschriften raus!

2015 mussten wir die beiden SunTrap Wechselrichter auswechseln. Selbst die Hersteller konnten den angegebenen Fehler nicht reparieren. Die Geräte seien zu alt, so die Aussage. Gut, dass es neue Geräte derselben Marke gibt, so dass der Austausch binnen eines halben Tages über "die Bühne" gehen konnte. Die Kosten allerdings beliefen sich auf gut 2000€. Auch keine Kleinigkeit. Wir hoffen, die nächsten 10 Jahre geht nichts zu Bruch.

Gesamtertrag an gewonnenem Strom
1996 - (einschl.) 2016:

90237,5 kw/h