Mund-Hand-Werk

Wegen der Möglichkeit Gestimmtheiten und Emotionalitäten mit biblischen Erzählfiguren körpersprachlich auszudrücken, eignen sie sich prinzipiell für alle Arten dynamischer Gruppenarbeit (Jugendarbeit, Erwachsenenbildung,...). In besonderen Maße aber sind biblische Figuren prädestiniert für den Einsatz im Religionsunterricht (vorzugsweise, aber nicht ausschließlich) der Grundschule.SchülerInnen lassen sich so weit besser motivieren, sich mit biblischen oder anderen religiösen Erzählungen auseinander zu setzen.

Die Motivationskraft der "dritten Dimension"

Allein durch die Kleidung der Figuren werden SchülerInnen dazu angeregt Überlegungen anzustellen, welche Personen dargestellt werden: ein Pharao? ein Jude? ein Pharisäer?
Auch Heilige oder Persönlichkeiten unserer Zeit werden erkennbar, 'lebendig', beginnen zu erzählen.

Erzählfiguren sind eine gute Alternative zu Bildern oder Dias. Ihr Mehrwert liegt darin begründet, dass sie dreidimensional zugänglich sind: sie können von allen Seiten betrachtet werden, sind wortwörtlich 'begreifbar', können in ihrer Haltung verändert werden und ihren Platz inmitten der Gruppe einnehmen, also präsent sein.

Emotionalität

Religion ist stark gekoppelt mit unseren Gefühlen. Entsprechend sind das auch wichtige Inhalte des Unterrichts. Mit biblischen Figuren lassen sich Gefühle mit der Körpersprache markant ausdrücken und so auf verschiedene Lebenssituationen hindeuten. Die SchülerInnen können sich oftmals selbst in den dargestellten Situationen wiederfinden, was mit entsprechenden Einfühlungsübungen und Zielfragen zusätzlich gefördert werden kann.

Empathie und Identifikation

Erzählfiguren können helfen Lebenssituationen - auch von Menschen aus der Bibel - zu begreifen.
So werden diese Personen in typischen Lebenslagen dargestellt: Abraham etwa, der zum Himmel schaut und zu Gott spricht, zu ihm betet; trauernde Jünger nach dem Tod Jesu; die von der Steinigung bedrohte Ehebrecherin; usw..
Einfühlungsübungen sind auch hier von ganz entscheidender Bedeutung.

Flexibilität im Handlungsablauf

Verändert sich die Lage einer Person innerhalb der Erzählung, kann sich die Figur auch entsprechend verändern:

z.B.
- trauernder Jünger nach dem Tod Jesu;
- überglücklicher Jünger nach Jesu Auferstehung

Ausdruckstarke Figurenbilder

Kett-Materiaql und biblische Figuren ergänzen sich optimal und verstärken gegenseitig ihre positive Wirkung auf den Betrachter.
So werden Szenen aus biblischen Geschichten (z.B. Mose im Binsenkörbchen) aufgebaut, die den entsprechenden 'Erzählpunkt' visualisieren, der für die Lehrkraft in der Unterrichtsstunde als am wichtigsten gewählt wurde.

Eigenaktivität

Selbst mit Hand anlegen zu dürfen, ist Motivation schlechthin. Figurenbilder eignen sich dazu besonders, weil jeder seine'eigene' Figur stellen kann, wie er/sie es für richtig hält.
So werden biblische Geschichten und Erzählungen wirklich lebendig.